Was sind Hybriden und wie erkennt man sie?

Links: ein Hybride der 4. Generation.   Rechts: ein sehr großer Hybride.

Bilder © Martin Braak

 

Hybriden sind Zwerghamster, die aus einer Verpaarung von Campbell und Dsungare entstanden sind und somit Gene beider Arten erthalten haben. Sie sollten nicht gezüchtet werden.  Auch wenn diese Verpaarung mehrere Generationen zurück liegt bleiben die Nachkommen Hybriden - auch dann, wenn die Hybriden anschließend nur mit reinen Exemplaren einer der beiden Arten gekreuzt werden.

 

Geschichte

In Russland wurde 1967 ein Experiment zur DNA von Campbells und Dsungarischen Zwerghamstern (Englisch: Winter Whites) durchgeführt. Dabei wurde entdeckt, dass die DNA doch bei Weitem unterschiedlicher ist, als ursprünglich angenommen. Der größte Unterschied ist dabei das Y-Chromosom. Dieses ist beim Campbell Zwerghamster anders als beim Dsungarischen Zwerghamster und es liegt außerdem auf einer anderen Position. Das ist auch der Grund warum alle männlichen Hybriden, die aus einer Verpaarung von reinen Campbells mit reinen Dsungaren entstehen steril sind. Die Weibchen sind aber fruchtbar. Es ist auch heute noch schwierig, Hybriden mit reinen Dsungarischen Zwerghamstern rückzukreuzen. 1982 wurde diese Studie aus dem Russischen übersetzt. Erst zu diesem Zeitpunkt wurde also auch außerhalb Russlands erkannt, dass es sich bei Campbells und Dsungaren nicht um Unterarten handelt, sondern um komplett unterschiedliche Spezies. Der lateinische Name wurde daraufhin 1982 geändert.

 

 

Probleme bei Hybriden - Vorurteile und Fakten

  • Nicht alle Hybriden sind zwangsläufig krank, aber leider sind auch nicht alle Hybriden gesund. Die Probleme die es geben kann werden im Folgenden näher beschrieben:
  • Wird ein Campbell-Männchen mit einem Dsungaren-Weibchen verpaart, wird dadurch nicht nur die Tragzeit etwas verändert, sondern auch die Kopfform der ungeborenen Babys. Die Mutter kann die Jungen nicht gebären und stirbt. Das ist kein Risiko, sondern Fakt.
  • Dieses Problem besteht auch noch in späteren Generationen. Verpaart man einen Hybriden, der optisch zwar vielleicht gar nicht nach Hybride aussieht, mit einem Dsungaren-Weibchen, kann die Mutter auch hier bei der Geburt sterben. Gerade bei Hybriden der 1. Generation kann man oftmals nicht sicher sagen, was diese wirklich sind.
  • Backflipping-Syndrom: das verbreitete Backflipping-Syndrom ist keine Hybridenkrankheit. Es ist ein dominanter Defekt in schlechten Linien, der sowohl bei Campbells als auch bei Dsungaren vorkommt. Durch Vermischung solcher Linien mit der jeweils anderen Spezies können natürlich auch Hybriden diesen Defekt bekommen
  • Diabetes: Diabetes ist kein spezielles Hybridenproblem. Es ist genetisch veranlagt oder an gewisse Farbgene gebunden (z.B. Mandarin). Auch die Ernährung spielt eine Rolle.
  • Bei einer Kreuzung von Hamstern mit hohem Hybridanteil, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass dieselben Gene aufeinander treffen. Dadurch können getragene Gene ihre Wirkung entfalten. Das beinhaltet das Risiko, dass dabei folgende Dinge hervorgerufen werden:
    • Haarlose Hamsterkinder
    • Nachkommen, die in ihrer Entwicklung stark zurück bleiben und nicht so groß werden wie es normalerweise der Fall wäre
    • oder Probleme mit der Wirbelsäule wie krumme Rückenwirbel

 

Wie sehen sie aus?

Hybriden können im Aussehen stark variieren; manche sehen aus wie Campbells, andere dagegen wie reine Dsungaren. Oftmals zeigen sie aber auch eine Mischung der typischen Merkmale beider Arten.

Folgende Hinweise gibt es:

 

  • Ein Hybrid besitzt Chromosomen zweier verschiedener Spezies, was eine gewisse Instabilität bzw. Unausgewogenheit im Körperbau verursacht. Das bedeutet sie sehen oftmals nicht so harmonisch aus wie reine Exemplare beider Arten.
  • Einige Farben sind Hybriden-Farben. Wenn Züchter also auf diese Farben hin selektieren, selektieren sie damit gleichzeitig auf Chromosomen mit Campbell-Genen. Das ist der Grund warum diese Hamster dann teilweise verstärkt Campbell-Merkmale besitzen.
  • Campbells mit Hybrideinfluss kann man an einem zu dick ausgeprägten Aalstrich erkennen. Auch zeigt sich oft die Ramsnase oder die Ohren/Augen sind dsungarentypisch.
  • Dsungaren mit Hybrideinfluss haben oft
    • zu große Ohren
    • zu lange Schwänzchen
    • Knubbel an der Wirbelsäule (hervorgerufen durch krumme Rückenwirbel)
    • oder die Augen sind nicht rund genug für einen reinen Dsungaren

 

Grundsätzlich gilt:

  • alle Dsungaren mit roten Augen sind hybrid-basiert
  • es gibt Farben, deren Hybrid-Ursprung bekannt ist
  • es gibt Farben, deren Ursprung nicht mehr sicher nachvollzogen werden kann und deshalb umstritten sind

 

Zwerghamster-Farben die als Hybriden gelten sind unter Dsungaren-Genetik aufgelistet.

 

Quelle: Martin Braak und eigene Ergänzungen