Zu vermeidende Verpaarungen

Es gibt verschiedene Gene, die nicht aufeinander treffen sollten. Da es bei jeder Hamsterart andere Gene betrifft, wird hier nach Mittelhamster (also Gold- und Teddyhamster), Campbell Zwerghamster und Dsungarischem Zwerghamster unterschieden. Ein Züchter muss darauf achten, dass er solche Verpaarungen nicht vornimmt.

 

 

Beim Mittelhamster

Verpaarung

Gene

Beschreibung

 

Keine 2 Hamster mit dem anophtalmischen Gen.

 

Das bedeutet:

- Keine 2 Weißbauch-Hamster

- Keine zwei Roan und

- Keinen Weißbauch mit einem Roan verpaaren

- Außerdem keine zwei Hamster mit Zeichnungsgenen verpaaren, wenn  deren Gencode das anophtalmische  Gen nicht sicher ausschließen lässt

 

 

 

Wh * Wh

 

Dies führt dazu dass statistisch gesehen ¼ der Babies (WhWh) sogenannte “Anophtalmic Whites” werden. Das sind weiße Hamsterbabys mit nicht oder nur teilweise ausgeprägten Augen und Zähnen, die eine verkürzte Lebenserwartung von nur 6-12 Monaten haben

 

Vorsicht ist geboten bei Hamstern deren Genotyp nicht eindeutig bekannt ist.

 

Das Wh-Gen kann von Dark Eared White und allen Zeichnungsgenen überdeckt sein (Banded, Dominant Spot, Rezessive Dappled).  Bei einem schwarzen Hamster kann es sich dadurch äußern, dass die weißen Flecken auf dem Bauch größer als normal sind. Bei einem Agouti-farbenen Hamster ist die Unterseite nicht wie üblich Ivory, sondern rein weiß. Dies ist manchmal auch für geübte Augen schwer zu erkennen.

 

 

Keine zwei Satin-Hamster

 

Sa * Sa

 

Dies würde dazu führen, dass Im Nachwuchs ca. ¼ SaSa erwartet weden, also doppelt satinierte Hamsterkinder. Das Fell dieser Hamster ist extrem dünn bis gar nicht vorhanden. Das sieht nicht nur unschön aus, sondern kann den Hamster auch weder vor Kälte noch seine Haut vor Verletzungen schützen.

 

 

Keine zwei Rexhamster

 

rx * rx

 

Dies führt zu stark gekräuseltem oder gewelltem Fell und verkürzten und gebogenen oder gekräuselten Tasthaaren. Normal ausgeprägte Tasthaare helfen dem nachtaktiven Hamster dabei, sich zu orientieren. Zudem ist umstritten, inwieweit das nicht mehr dicht anliegende Fell den Wärmehaushalt des Hamsters beeinträchtigt. Daher wird diese Zucht auch als Qualzucht angesehen

 

 

Keine zwei Hamster mit dem Hairless-Gen

 

hr * hr

 

Dies würde bei 1/4 des Wurfes zu haarlosen Hamsterkindern führen. Diese Zucht gilt als Qualzucht.

 

 

Keine zwei Hamster mit letalen (tödlichen) Genen

 

Lg * Lg

oder

Ds * Ds

 

Hamsterkinder, die das letale Gen von beiden Elternteilen erhalten haben (und das sind bei so einer Verpaarung statistisch gesehen 1/4 des Wurfes), würden entweder bereits im Mutterleib absterben und resorbiert oder sie sterben kurz  nach der Geburt. Es führt daher meist zu kleineren Würfen. Abgesehen davon, dass der Tod von bereits entstandenen Hamsterkindern schwer zu rechtfertigen ist, besteht auch eine Gefahr für das Muttertier. Es sollen schon Hamstermütter gestorben sein, wenn die abgestorbenen Jungtiere im Mutterleib nicht vollständig resorbiert wurden.

 

 

Zusätzlich bei Mittelhamstern (Gold- und Teddyhamstern)

Verpaarungen, die aus züchterischer Sicht nicht sinnvoll sind:

 

  • Hat man sich dafür entschieden reine Farben zu züchten, sollte man möglichst alle Gene aus der Zucht heraushalten, die diese Farbe verschlechtern könnten. Beispiel: Umbrous in eine Linie von schwarzen Hamstern. Der Effekt, dass Umbrous die Verblassung der Fellfarbe hin zu einem Braun- oder Grauton verhindert ist unter Züchtern umstritten. Manche gehen sogar davon aus, dass Umbrous diesen Effekt sogar noch verstärkt und damit die Farbausprägung verschlechtert. Das Ziel eines Züchters sollte aber immer die bestmögliche Ausprägung eines Gens und damit auch einer Farbe sein.

 

  • Nicht nur wenn man auf einen bestimmten Standard hin züchtet, sollte man auf möglichst klare Farben achten. Ansonsten besteht die Gefahr dass man Mischfarben später irgendwann gar nicht mehr voneinander unterscheiden kann und viel von der Farb-Brillianz verloren geht.

 

  • Keine Farben miteinander verpaaren, die sich sehr ähnlich sehen, z.B. Rust und Zimt oder die verschiedenen Arten von Grau. Das würde dazu führen, dass man die Farben nur noch schwer voneinander unterscheiden kann. Das trifft auch auf Cream und Cream-Yellow zu.

 

 

 

Beim Dsungarischen Zwerghamster (und Hybriden)

Verpaarung

Gencode

Beschreibung

 

Keine zwei Hamster mit dem Mandarin-Gen verpaaren

 

Ma * Ma

 

Dieses Gen wirkt letal, d.h. tödlich. Hamsterkinder, die das letale Gen von beiden Elternteilen erhalten haben (und das sind bei so einer Verpaarung statistisch gesehen 1/4 des Wurfes), würden entweder bereits im Mutterleib absterben und resorbiert oder sie sterben kurz  nach der Geburt. Es führt daher meist zu kleineren Würfen. Abgesehen davon, dass der Tod von bereits entstandenen Hamsterkindern schwer zu rechtfertigen ist, besteht auch eine Gefahr für das Muttertier. Es sollen schon Hamstermütter gestorben sein, wenn die abgestorbenen Jungtiere im Mutterleib nicht vollständig resorbiert wurden.

 

 

Keine zwei Hamster mit dem Zeichnungs-Gen Pearl verpaaren

 

 

Pe * Pe

 

Wirkt letal (siehe oben)

 

Keine zwei Hamster mit der Mi-Scheckung miteinander verpaaren = die Scheckung mit großen, stark abgegrenzten weißen Flecken (Hybride)

 

Mi * Mi

 

Das Mi-Gen erzeugt homozygot (MiMi) behinderte weiße Hamsterbabies. Sie kommen ohne Augen und Zähne zur Welt und sterben meist schon in den ersten 2-3 Wochen ihres Lebens.

 

 

 

 

 

Beim Campbell Zwerghamster (und Hybriden)

Verpaarung

Gene

Beschreibung

 

Keine zwei Hamster mit dem Ruby Eyed Mottled-Gen verpaaren (RE Mottled) = Scheckung mit rubinroten Augen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Keine zwei Platinum-Hamster miteinander verpaaren

 

Mi * Mi

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Pl * Pl

 

 

 

Dies führt dazu dass statistisch gesehen ¼ der Babies mit nicht oder nur teilweise ausgeprägten Augen und Zähnen geboren werden, die eine stark verkürzte Lebensdauer von meist nur 2 Wochen haben und die Säugephase meist nicht überleben.

 

Diese Scheckung kann sowohl auf Farben mit schwarzen Augen als mit roten Augen vorkommen. Nur bei Farben mit eigentlich schwarzen Augen ist es sicher zu unterscheiden. Bei Campbell-Farben die mit roten Augen verbunden sind, ist es für Ungeübte oft sehr schwer zu unterscheiden, da darauf das Ruby Eyed Mottled nur mit Hilfe einer Taschenlampe erkennbar ist (dann erkennt man oftmals einen roten Schimmer).

 

Besonders aufpassen muss man wenn das Mottled von einem anderen Zeichnungsgen wie z.B. dem Platinum verdeckt ist. Auch werden von Anfängern manchmal Platinum und Mottled verwechselt. Man muss also den Gencode der Tiere genau kennen um kein Risiko einzugehen.

 

 

 

 

Die Letalität von Platinum ist umstritten. Siehe dazu Campell-Genetik.

 

 

 

Zusätzlich bei Zwerghamstern

 

1. Es ist es extrem wichtig, keine Hypbrid-Verpaarungen vorzunehmen, da Hybriden übermäßig oft mit gesundheitlichen Problemen verbunden sind (siehe hier). Das heißt alle folgenden Verpaarungen sind zu vermeiden:

  • Dsungare x Campbell
  • Campbell x Dsungare
  • Dsungare x Hybrid
  • Hybrid x Dsungare
  • Campbell x Hybrid
  • Hybrid x Campbell
  • Hybrid x Hybrid

 

2. Keine Diabetiker in der Zucht einsetzen. Näheres dazu hier.

 

3. Keine verschiedenen Zeichnungsgene oder sich verdeckende Gene miteinander vermischen, weil die Gefahr besteht dass man sie nicht eindeutig identifizieren kann, bei Campbells z.B. nicht Platinum mit den Mottled-Zeichnungen verpaaren. Das letale RE Mottled wird außerdem von folgenden Genen verdeckt:

- Umbrous

- Dilute Platinum / Extreme Dilute

- Albino

Solche Campbells sollten deshalb besser nicht mit einem RE Mottled verpaart werden weil man vom Aussehen her nicht sicher sein kann, dass sich darunter nicht doch ein RE Mottled versteckt, was dann dazu führen würde, dass ein Teil des Wurfes stirbt.