Vererbung: Zusammenfassung

Grundsätzlich gilt:

 

  • Jedes Gen besteht aus 2 Teilen (eins vom Vater, eines von der Mutter) und wird deshalb immer mit 2 Buchstaben bezeichnet (jeder Buchstabe ist ein sogenanntes "Allel")
  • Rezessive Gene werden immer klein geschrieben. Werden sie groß geschrieben heißt das, dass sie nicht vorliegen
  • Im Gegensatz dazu werden dominante Gene immer groß geschrieben. Werden dominante Gene klein geschrieben, bedeutet das, dass diese nicht vorliegen
  • Semidominante Gene werden wie dominante Gene groß geschrieben. Wenn diese klein geschrieben werden liegen sie nicht vor. Der Unterschied zwischen semidominanten und dominanten Genen liegt im Aussehen der mischerbigen (homozygoten) Hamster, da hier bei semidominanten Genen das rezessive Allel nicht vollständig unterdrückt werden kann und deshalb teilweise durchschimmert
  • Bei dominanten Genen reicht es aus, wenn ein Hamster das Gen hat, damit es im Wurf sichtbar wird
  • Bei rezessiven Genen müssen beide Eltern das Gen haben (also zeigen oder tragen), damit es im Nachwuchs sichtbar wird
  • Dominante Gene können nicht getragen werden! Warum? Tragen heißt, dass nur ein Allel eines Gens vorhanden ist und es äußerlich nicht sichtbar ist. Bei dominanten Genen reicht aber ein Allel bereits aus, um das Gen sichtbar zu machen. Bei dominanten Genen gibt es also keine "getragenen" Gene.
  • Rezessive Gene können getragen werden, da diese - wenn nur ein Allel vorhanden ist - vom dominanten Allel unterdrückt werden und nicht sichtbar sind. Sie sind aber genetisch vorhanden, d.h. der Hamster kann diese weitervererben obwohl man sie ihm äußerlich nicht ansieht.

 

Aus den vorher genannten Vererbungs-Regeln ergibt sich folgendes zum Aussehen der Hamsterkinder in einem Wurf: Hamster können grundsätzlich die dominanten Merkmale eines Elternteils zeigen, sowie die rezessiven Merkmale die beide Eltern haben.

 

 

Kurzfassung: Wie rechnet man aus, was bei einer Verpaarung fällt?

 

Die Vorgehensweise bleibt immer gleich - unabhängig davon welche Farbe die Hamster haben, wieviele Gene ihr Gencode enthält, oder ob sie rein- oder mischerbig sind - man kann mit der Methode das Ergebnis aus jeder Hamsterverpaarung bestimmen. Dazu kombiniert man jedes Allel eines Gens von Hamster 1 mit jedem Allel desselben Gens von Hamster 2. 

 

Beispiele:

AA (Golden) wird mit aa (Black) verpaart. Jeder Buchstabe wird also mit beiden Buchstaben des anderen Hamsters multipliziert:

A*a, A*a, a*A, a*A = alle Nachkommen sind Aa (Golden, die Schwarz tragen). Aa ist übrigens dasselbe wie aA, es kommt nicht auf die Reihenfolge an (beide haben ein Allel für Golden und eines für Schwarz). Man kann sie beliebig vertauschen, nur hat es sich so eingebürgert, dass man die Groß-Buchstaben im Gencode zuerst nennt.

 

Das funktioniert auch wenn die Hamster mischerbig sind:

Aa wird mit Aa verpaart (also eine Verpaarung von zwei Golden, die Schwarz tragen). Ergebnis:

A*A, A*a, a*A, und a*a = ergibt 25% AA (Golden), 50% Aa (Golden, die Schwarz tragen) und 25% aa (Schwarz).

 

Und es funktioniert natürlich auch bei allen anderen Verpaarungen:

pp (Zimt) wird mit Pp (Golden, aber Zimt-Träger) verpaart. Ergebnis:

p*P, p*p, p*P, p*p = die Hälfte des Wurfs ist Pp (Golden, aber Zimt-Träger) und die andere Hälfte ist pp (Zimt)

 

 

Wie macht man das nun wenn die Hamster mehr als nur ein Gen haben?

Es ist am einfachsten, wenn man genau dieselbe Vorgehensweise anwendet - der Übersichtlichkeit halber aber für jedes Gen einzeln. Zum Beispiel:

AABaba (Golden Banded) wird mit aababa verpaart (Black Uni, also ohne Weißband)

Nun muss man nur noch kombinieren bzw. alle möglichen Kombinationen daraus aufschreiben. Man sieht hier, dass alle Nachkommen Golden sein werden, aber Schwarz tragen (Aa) und das entweder mit Weißband (Baba) oder ohne (baba). Das statistische Ergebnis ist also: die Hälfte ist AaBaba (Golden, Schwarz-Träger mit Weißband) und die andere Hälfte ist Aababa (also Golden, Schwarz-Träger ohne Weißband). Wie gesagt, wie man das Ergebnis liest welches man ausgerechnet hat ist hier beschrieben.

 

 

Und wie bestimmt man das, wenn der eine Hamster mehr Gene im Gencode hat als der andere?

Angenommen, man hat möchte einen Zimt (Gencode pp) mit einem Sable verpaaren (eeUu = BE Cream Umbrous). Nicht nur dass der Gencode des Sable länger ist, die Hamster haben auch nicht dieselben Gene. Der Sable hat kein Zimt und der Zimt hat weder BE Cream (ee) noch Umbrous (Uu).  Wie kann man das nun ausrechnen? (man erinnere sich dass man ja immer nur die Allele beider Hamster miteinander multipliziert, die dasselbe Gen betreffen). Es ist eigentlich ganz einfach: Die fehlenden Gene schreibt man in ihrer negativen Form auf, d.h. so als ob sie nicht vorhanden wären (sind sie ja auch nicht). Da rezessive Gene immer kleingeschrieben werden wenn sie vorliegen, schreibt man sie einfach groß, wenn sie eben NICHT vorliegen. Da dominante immer groß geschrieben werden wenn sie vorhanden sind, werden sie einfach klein geschrieben wenn sie nicht vorhanden sind.

Damit ist der Zimt-Hamster EEppuu (Nicht-Cream, Zimt, Nicht-Umbrous).

Der Sable ist dann entsprechend eePPUu (BE Cream, Nicht-Zimt, Umbrous).

Nachdem man das Punnett-Quadrat so aufgefüllt hat, kann man das Ergebnis ganz normal bestimmen:

Ergebnis:

Alle Hamsterkinder sind Golden, tragen aber Zimt und Cream. Statistisch gesehen ist die Hälfte davon außerdem Umbrous.

Warum Golden? Da Cream und Zimt rezessive Gene sind, müssten 2 Kleinbuchstaben vorhanden sein, um äußerlich in Erscheinung zu treten. Das ist hier nicht der Fall, d.h. beide tragen die Farben nur versteckt.

 

Tipp:

Wer die Grundzüge noch einmal von jemand anderem erklärt bekommen möchte, kann sich den Thread "Farbgenetik for Runaways" im Hamsterforum durchlesen.

 

Dasselbe Prinzip wird hier am Beispiel des Hundes auch nochmal ganz gut erläutert: Mendel und die Grundbegriffe der Genetik.