Merkmale einer guten Zucht

Ein guter Züchter zeichnet sich durch die folgenden Punkte aus:

 

 

Haltung

  • Der Züchter hält alle seine Tiere artgerecht und behandelt Zuchttiere genauso gut wie Liebhaber- und Rentnertiere
  • Eine Futterumstellung wird langsam vorgenommen, so dass sich die Hamster allmählich an das neue Futter gewöhnen können

Wissen

  • Er verfügt über umfangreiches Wissen in den Bereichen: Haltung, Genetik, Zucht, Ernährung, Krankheiten etc. und bildet sich darin weiter
  • Der Züchter kennt alle seine Tiere und ihren Genotyp (und kann auch Farben richtig bestimmen)
  • Er klärt Interessenten über die artgerechte Haltung von Hamstern auf

Auswahl der Zuchttiere

  • Es werden nur Hamster mit den besten Eigenschaften zur Zucht eingesetzt, da ansonsten mit nur durchschnittlichem Nachwuchs gerechnet werden muss (der sich schwerer vermitteln lässt und außerdem dem Zuchtziel entgegensteht)
  • Bei der Auswahl neuer Zuchttiere sollte darauf geachtet werden, dass diese zum Zuchtziel und zu den vorhandenen Tieren passen
  • Es werden keine Tiere aus Notfällen, dem Tierheim oder mit unbekannter Herkunft in die Zucht genommen

Verpaarungen

  • es werden nur Verpaarungen angesetzt, die einen Sinn haben und die Zucht voranbringen können
  • die durchgeführten Verpaarungen und ihre Ergebnisse werden dokumentiert (Zuchtbuch oder ähnliches), um so einen Überblick und wichtige Informationen über seine Zucht zu bekommen

Quarantäne

  • Der Züchter schützt seine vorhandenen Tiere, indem er Neuzugänge erstmal von ihnen getrennt und in Quarantäne hält

Krankheiten

  • Betroffene Tiere werden bei den ersten Anzeichen einem fachkundigen Tierarzt vorgestellt und behandelt. Krankheiten werden genau dokumentiert, damit man mit seiner Zucht entsprechend darauf reagieren kann

Gewicht der Weibchen

  • die Hamsterweibchen sollten ein Gewicht von um die 150g aufweisen, bevor sie zur Zucht eingesetzt werden. Eine Trächtigkeit und die Aufzucht der Jungen ist eine enorme Anstrengung und der Hamster benötigt dazu seine Reserven.

Der erste Wurf

  • Weibchen werden nicht vor dem 4., besser sogar nicht vor dem 5. Monat gedeckt. Vorher haben sie auch noch nicht die nötigen Reserven für die Trächtigkeit und Aufzucht der Jungen. Außerdem entwickeln sich Hamster über einen längeren Zeitraum. Ein Hamster, der mit ein paar Wochen der Beste im Wurf war, muss nicht zwangsläufig mit einem halben Jahr immernoch der Beste sein. Je älter der Hamster wird, desto schwieriger wird auch die erste Geburt, da das Becken mit der Zeit nicht mehr so elastisch ist und die Gefahr besteht, dass die Mutter und die Babys dies im schlimmsten Fall nicht überleben.

Wurfpausen

  • Zwischen den Würfen sollte den Weibchen eine Pause von mindestens 3 Monaten gegönnt werden, damit sie sich erholen und neue Energie schöpfen können

Der letzte Wurf

  • Der letzte Wurf sollte maximal im Alter von 12-14 Monaten stattfinden (falls dies nicht der erste Wurf des Weibchens ist, denn dieser sollte nicht später als nach dem 9. Monat erfolgen). Es heißt, dass ab diesem Zeitpunkt das Becken verknöchert, so dass bei der Geburt Gefahr für Mutter und Babies besteht. Obwohl die Beckenverknöcherung nicht eindeutig geklärt ist, sollte man es nicht auf dieses Risiko ankommen lassen

Maximale Anzahl der Würfe

  • Hamsterweibchen sollten nur maximal 1-3 Würfe in ihrem Leben haben.

Vermittlung

  • der Züchter ist bereit, seinen Hamsternachwuchs so lange zu behalten und zu versorgen, bis er artgerecht vermittelt ist (auch wenn es ein 15-köpfiger Wurf  sein sollte und die Vermittlung mal länger als ein paar Wochen dauert). Er ist nicht bereit, von seinen Ansprüchen an die zukünftigen Halter abzuweichen.
  • Er gibt seinen Nachwuchs nur in artgerechte Haltung ab. Der Züchter scheut keine Mühen und Kosten um die besten Halter zu finden und stellt Ansprüche an die Haltung:
    • absolute Einzelhaltung für Goldhamster
    • Er setzt ein Minimum für die Gehegegröße, das nicht unterhalb der empfohlenen Mindestmaße liegt (100x40cm für Goldhamster, 80x40cm für Zwerghamster) und lässt sich die Haltung anhand von Bildern vor Abgabe nachweisen
    • Ein artgerechtes Laufrad mit mindestens 25cm Durchmesser für Goldhamster und 20cm für Zwerghamster, mit geschlossener Lauffläche und ohne Schereneffekt (gibt es z.B. hier)
    • Ungefährliche Einrichtung: kein Plastik, keine Hamsterwatte, das Eingangsloch der Häuschen sollte mindestens einen Durchmesser von 7 cm haben (damit sich der Hamster mit gefüllten Backentaschen nicht verletzt)
    • Ein Sandbad mit Chinchillasand zur Fellpflege
    • Eine gesunde Ernährung ohne Honig und andere Dinge, die dem Hamster nicht gut tun (Futterliste)
    • und regelmäßiger Auslauf

 

Abgabe

  • der Züchter verlangt einen Schutzvertrag und eine angemessene Schutzgebühr, damit der Hamster auch geschätzt wird und nicht in falsche Hände gerät. Leider hat sich gezeigt, dass Tiere die nichts gekostet haben, öfter ihr Zuhause verlieren (da Menschen oft die Einstellung haben "was nichts kostet ist nichts wert")
  • Wenn die Tiere nicht persönlich abgeholt werden können, schickt der Züchter sie gut gesichert und versorgt auf die Reise (Mitfahrgelegenheiten bieten sich hier an). Dabei wird auf eine ausreichend große Transportbox, genügend Einstreu aus dem bisherigen Käfig und Versteckmöglichkeiten geachtet (z.B. ein Stück Korkrinde, eine Röhre oder Heu). Neben Körnerfutter wird auch Saftfutter (z.B. ein Stück Gurke) hineingelegt, damit der Hamster gut versorgt ist, auch wenn die Fahrt mal länger dauern sollte.
  • Er gibt einen Teil des bisherigen Futters mit, damit der neue Besitzer das Futter langsam umstellen kann

 

Nach dem Kauf

  • Er ist auch nach dem Kauf bei Fragen und Problemen der Hamsterhalter ansprechbar
  • er möchte von Tod oder eventuellen Krankheiten benachrichtigt werden, um diese Informationen in seiner weiteren Zucht zu berücksichtigen
  • ein guter Züchter ist bereit, seine Tiere zurückzunehmen falls sie nicht mehr gehalten werden können